Edler Likör aus "Mäuschens" Garten


Grafelde (pbm). Was braucht man, um auß Likör herzustellen? Freude an der Arbeit, Vertrauen, dass es gut wird und ganz viel Zeit. Das alles haben bzw. nehmen sich Ilse-Marie "Mäuschen" Thomas und Ulrich Matthaei. In ihrer "grafelder manufactura" steckt keine Geschäftsidee sondern vor allem Herzblut.

Auf ihrem alten Bauernhof haben sie eine kleine Likörmanufaktur eingerichtet und ernten in ihrem 6.600 Quadratmeter großen Garten rund 200 Obstsorten darunter mehr als 30 verschiedene Apfel- und 14 Himbeersorten.


"Eigentlich wollte ich einen groß "Naschgarten" anlegen", erzählt Ilse-Marie Thomas. "Die Vorstellung fand ich toll." Doch was macht man mit so viel Obst? "Auf jeden Fall nicht das übliche", sagt Ulrich Matthaei. "Bei Likören sind wir aber eher aus Versehen gelandet, zumindest war es nicht geplant." Nachdem die ersten Früchte geerntet waren, und die beiden verschiedene Liköre ausprobiert hatten, waren sie sich sicher: Das ist es! Seit zwei Jahren produzieren sie naturfeine Liköre aus unbehandeltem Obst und haben dabei vor allem ein Ziel: Ihren Kunden einen außergewöhnlichen Genuss bereiten. Bei der Herstellung achten sie auf höchste Qualität und verwenden nur handverlesene Zutaten, die zum größten Teil aus eigenem Anbau stammen, keine künstliche Aromen oder Farbstoffe. Ihre aufwendig von Hand hergestellten Liköre sind daher auch nur in Abhängigkeit von den Ernteerträgen lieferbar.


Zu den Früchten kamen bald auch Kräuter, Blüten und Gemüse. Ein guter Likör braucht viel Zeit. Nachdem die Frucht mit Weingeist angesetzt ist und zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten gärt, wird der Ansatz per Hand bis zu acht Mal mit dem Porzellanfilter gefiltert. Anschließend wird die Flüssigkeit mit Bio-Roh-Rohrzucker oder Bio-Agavenzucker gesüßt und mit "Lauredana", einem speziellen sehr weichen Wasser auf Trinkstärke gebracht. Der Alkoholgehalt liegt zwischen 19 und 24 Prozent.

Dann müssen die Liköre in ihren Ballons zwischen zwei Monaten und einem Jahr reifen. Je nach Nachfrage wird der Likör schließlich in Fläschchen gefüllt. Erkennungszeichen auf den Etiketten ist die Maus, denn Ilse-Marie Thomas wird von Kleinauf von allen nur "Mäuschen" genannt. "Da lag das Logo nahe", sagt die 51-Jährige. Zurzeit lagern in dem Bauernhaus am Breiten Anger 86 verschiedene Ansätze. Mittlerweile experimentieren sie nicht nur mit Tomaten, Gurken oder Sellerie, sondern probieren auch exotische Gewürze wie Chili. "Das ist momentan in Mode", sagt die Grafelderin.

"Es macht unglaublich viel Spaß auszuprobieren", sagt Ulrich Matthaei. Die Arbeit indes ist mühsam. "Fünf Prozent sind Inspiration und 95 Prozent Transpiration", schmunzelt der 59-Jährige. "Wir haben einmal im Wald elf Stunden Schlehen und Walderdbeeren gesammelt", erzählt er. "Herausgekommen sind gerade Mal elf Flaschen. Den Stundenlohn darf man nicht rechnen." Ums Geld verdienen geht es den beiden auch nicht. "Es ist der Reiz, das beste rauszuholen", sagt Matthaei. "Wir lernen jeden Tag dazu." Der Rentner hat jahrelang als Facility-Manager quasi auf der Überholspur gelebt. "Jetzt gewinne ich Zeit, weil ich lerne damit umzugehen."

Für seine Lebensgefährtin, die beim AWO-Bezirksverband in Hannover als Referentin für Pflegeversicherungen arbeitet, schließt sich mit der Manufaktur ein Kreis. Sie gelernte Ökotrophologin und Betriebswirtin hat ihre Berufszeit mit einer Lehre auf dem Bauernhof begonnen.

Seit die "grafelder manufaktura" im Herbst 2009 zum ersten Mal auf der "Eat and Style" in Hamburg, einer Messe rund ums Kochen, aufgetreten ist, ist sie kein Geheimtipp mehr. "Wir haben nie Werbung gemacht", sagt Ulrich Matthaei. Anfragen, bei Messen auszustellen, häufen sich mittlerweile. Im Januar werden die Grafelder, die seit drei Monaten Mitglied im Hildesheimer Verein "Hi-Land" ist, den Landkreis Hildesheim auf der Grünen Wochen in Berlin repräsentieren. Dafür haben sie bereits einen speziellen "Hildesheimer", einen Rosenlikör, angesetzt.

Zu den Spezialitäten gehören auch der "Grafelder" eine Mischung aus Kaffee, Rotwein und Rum, der Kaffeelikör und der Espressolikör. Am liebsten aber haben Ilse-Marie Thomas und Ulrich Matthaei Hausbesuche in ihrem gemütlichen Bauernhaus. "Es ist schön, wenn die Kunden bei uns klingeln", sagt die Grafelderin. "Dann können sie in Ruhe probieren und aussuchen."

Und dann drehen sie mit den Besuchern auch gerne in ihrem Obstgarten ein paar Runden und zeigen ihre Bäume und Sträucher.


Dies ist ein Auszug aus der Hildesheimer Allgemeinen Zeitung


grafelder manufactura ®


Das Dorf Grafelde liegt im schönen Leinebergland, hinter den "Sieben Bergen", in der Nähe von Alfeld/Leine.


Auf unserem Bauernhof aus dem Jahre 1693 haben wir eine kleine Likör-Manufaktur eingerichtet. In unserem Beerengarten und auf unserer Streuobstwiese ernten wir mehr als 200 Obstsorten, darunter viele alte Sorten, die gar nicht mehr oder nur noch vereinzelt im Handel zu finden sind. Die Früchte, Blüten, Beeren und Kräuter stammen aus dem eigenen Garten, aus dem eigenen Wald und vom eigenen Feld. Bäume und Sträucher werden organisch gedüngt, die Früchte und Beeren bleiben unbehandelt.


Die Röstaromen der vorzüglichen, reinen Arabica-Spezialitäten einer Kaffee-Manufaktur, von Hand geröstet, sind die maßgebliche Komponente in unseren Kaffee-Likören. Der Kaffee wird ökologisch angebaut und fair gehandelt.


Wir arbeiten ausschließlich mit dem klassischen Verfahren der Mazeration, das seit dem 14. Jahrhundert in Europa zur Gewinnung von medizinischen Wirkstoffen aus Pflanzen Anwendung findet, eine Destillation findet nicht statt.

So können sich die Aromen optimal entfalten und ermöglichen einen unverfälschten Genuß ohne jeden Beigeschmack.


Ein guter Likör braucht viel Zeit. Nachdem die Frucht mit hochprozentigem Weingeist aus ökologischem Anbau angesetzt ist und zwischen einigen Tagen und mehreren Monaten auszieht, wird der Ansatz per Hand bis zu acht Mal mit dem Porzellanfilter gefiltert. Anschließend wird die Flüssigkeit mit Bio-Roh-Rohrzucker oder Bio-Agavendicksaft gesüßt und mit "Lauretana", dem leichtesten Wasser Europas, auf Trinkstärke gebracht. Danach reifen die Liköre bis zu neun Monate.


Wir arbeiten ohne künstliche Aromen, Aufheller, Geschmacksverstärker und Farbstoffe. Die Früchte werden sofort nach der Ernte angesetzt, sie werden nicht erhitzt, gefroren, gepresst, gekocht oder mit Konservierungsstoffen behandelt.

Zur Zeit haben wir 98 verschiedene Liköre zur Auswahl.


Selbstverständlich werden wir Bestellungen schnellstmöglich ausführen; durch die Reifezeit der Ansätze bedingt sind jedoch Wartezeiten möglich.

Sollte einer unserer Liköre auf Grund der begrenzten Verfügbarkeit –abhängig von der jeweiligen Ernte- nicht lieferbar sein, so lohnt sich auf jeden Fall das Warten auf den nächsten Herbst!


Wir sind eine kleine Manufaktur und wollen mit unseren Likören einen außergewöhnlichen Genuß bereiten. Deshalb wollen wir: "Klein bleiben"!